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Artlout Contemporary Art Magazine

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Mark Handforth

Sichtung

Zürich, 2007, eine übergrosse Skulptur besetzt den Tessinerplatz, verantwortlich: Mark Hanforth. 
Etwas skeptisch beäugt das konservative Züricher Publikum diese neuste Installation.
Aufsehen erregt das Ganze auf jeden Fall. Da verwundert es nicht, das Mark Handforth seine Arbeiten erneut in dieser Stadt zeigt. Eva Presenhuber präsentiert vom 30. August bis zum 11. Oktober diesen Jahres neue Arbeiten des 1969 geborenen, in Miami lebenden Briten.
Zu sehen sind neue Wand- und Bodenskulpturen, darunter eine Neonarbeit, ein hoch polierter Aluminiumstern, ein "Raucherschild" und eine monumentale Bronze- sowie eine bemalte Metallskulptur für den Aussenbereich.
Obwohl seine Skulpturen grundsätzlich autonom sind fügt sie der Künstler für die Dauer der Ausstellung zu einem anspielungsreichen inhaltlichen Ganzen. Ausgangspunkt für die aktuelle Schau bei Eva Presenhuber ist ein überarbeiteter Ausschnitt aus der New York Times Book Review.
Er zeigt Allen Ginsberg, der vor indischer Kulisse einem Affen die Hand hält. Im Hintergrund hat der Künstler anspielungsreich eine bunte Rauchwolke appliziert.


©mark handforth


In der Ausstellung findet diese unter anderem in einem Kerzendocht und in einem Raucherschild ihren Nachhall.
Nach wie vor arbeitet Mark Handforth mit dem plastischen Vokabular der Stadt oder mit vertrauten Elementen des Alltags (Verkehrsschilder, Strassenlaternen, Motorroller, Lastwagenräder oder Hydranten, Neonröhren oder Kerzen).
Diese adaptiert er in veränderter Form, entweder indem er sie umbaut oder indem er sie in oft deutlicher Vergrößerung nachbaut. Häufig so, dass es nicht immer ganz klar ist, ob es sich nun um Readymades handelt oder nicht. Tatsächlich ist dies auch irrelevant: Handforth folgt keinen dokumentarischen Interessen, er möchte die Realität nicht abbilden, sondern vertraute Elemente aus der Alltagsrealität so inszenieren, dass neue Referenzpunkte entstehen. Literarische und gesellschaftliche Bezüge sind dabei ebenso massgebend wie kunsthistorische Implikationen.

So ist es vor Mark Handforths aus Neonröhren zusammengefügten Wandinstallationen unmöglich, nicht an Dan Flavin zu denken.
Anders als dieser benutzt Handforth die Leuchtmittel jedoch nicht nur zur formalen Akzentierung einer architektonischen Situation, sondern baut sie in einen figurativen Zusammenhang ein.
Der aus Neonröhren geschaffene Mond, der in der Galerie gezeigt wird, bedient sich nicht von ungefähr einer simplen, plakativen Bildsprache. Mark Handforth zielt ganz bewusst darauf ab, Minimal und Pop miteinander zu verschmelzen.
Immer wieder muss man an Claes Oldenburg denken. Ihre Reibungsenergie bezieht Mark Handforths Kunst jedoch trotz ihrer festen verankerung in der Kunstgeschichte immer aus der Auseinandersetzung mit einer aktuellen Realität.
Diese Lebensnähe spielt nicht nur auf materieller, sondern auch auf sprachlicher oder bildlicher Ebene.
Ab und an, insbesondere in seinen Verkehrs- und Verbotsschildern, scheinen auch existentielle Motive auf.
Handforths Kunst fokussiert die Dingwelt und meint doch immer den Menschen.
So tragen viele seiner skulpturalen Objekte die Spuren ihres eigenen Scheiterns in sich.
Sie verweisen damit auf eine Vergänglichkeit, die ins Grundsätzliche greift. Allen voran der ramponierte Stern, dessen Silberglanz suggestiv den Geschwindigkeitsrausch auf einem Highway heraufbeschwört.
Er gibt ein wunderschönes Bild ab für eine Endlichkeit, der keiner von uns entkommen wird. Der Künstler formuliert es mit den folgenden Worten: "Vanitas ist den Tod in jenen Dingen zu finden, die nicht sterben können". Das Schaffen von Mark Handforth ist trotz seiner bisweilen nüchternen Anmutung von einer feinen Melancholie durchzogen.











© artlout contemporary art magazine 2004/2008