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Fischli / Weiss
Das Kunsthaus Zürich zeigt bis zum 28. August Werke von Peter
Fischli und David Weiss: Die Fotoserie «Stiller
Nachmittag», das Video «Der Lauf der Dinge» und
dessen «making of» sowie «Die Liegende» –
das Motiv der Jubiläumsmarke «100 Jahre Kunsthaus
Zürich» – ein Geschenk der Künstler an das
Kunsthaus Zürich. Auch die Jubiläumsmarke selber ist zu
sehen. Die Arbeiten des Schweizer Künstler-Duos Peter
Fischli und David Weiss sind seit langem in der Sammlung des
Kunsthauses vertreten. Für die Jubiläumsmarke der Schweizer
Post, «100 Jahre Kunsthaus Zürich», wählten
das Kunsthaus und die Post gemeinsam mit den Künstlern das
Werk «Die Liegende» (1984) aus der Fotoserie
«Equilibres» aus. Das Werk ist eine Variante der
«Schlummerschlinge» aus der Serie «Stiller
Nachmittag» von 1985.
Anlässlich der Lancierung der Marke zeigt das Kunsthaus
Zürich in einer Sammlungspräsentation nebst der Marke
die aus 15 schwarzweissen und farbigen Fotografien bestehenden
Serie «Stiller Nachmittag», die dem Kunsthaus von den
Künstlern geschenkte «Liegende» sowie das Video
«Der Lauf der Dinge» (1986/87) mit seinem
«making of». STILLER NACHMITTAG UND
EQUILIBRES «Stiller Nachmittag» – so nannten
Peter Fischli und David Weiss ihre Fotoserie von 1985, in der sie
kunstvoll aus Küchengeräten und anderen Alltagsdingen
ebenso unwahrscheinlich wie labil aufgetürmte Gebilde festhielten.
Das Gleichgewicht, das spannungsvolle Austarieren der in einer
Komposition wirkenden Kräfte, die das Kunstwerk zur Gestalt
verdichten, wird hier der Probe aufs Exempel unter
tatsächlichen physikalischen Bedingungen unterworfen. Das
Unmögliche kann hier nur für einen Augenblick in der von
jedem Windhauch freien Ruhe eines stillen Nachmittags gelingen,
für den Moment der Aufnahme, die das reale Fantasiegebilde
in der Ablichtung verewigt.
Damit nun nicht etwa die Fotografie mit ihren unvermeidlichen
formalen Eigenschaften sich mit einem eigenen Stil vor die Dinge
drängt, nahmen die Künstler ihre «Stillleben»
sowohl in Schwarzweiss als auch in Farbe, bald in Kunst-, bald in
Tageslicht auf, in einer von Effekten und Gesuchtheiten freien
Alltäglichkeit, wie sie sie auch sonst lieben. So entstanden
von denselben Objekten unterschiedliche Aufnahmen; während
1985 nur fünfzehn Sujets in einer limitierten Foto-Edition
hergestellt wurden, publizierten die Künstler 2006 in dem
Buch «Equilibres» 140 Aufnahmen. Und jede hat einen Titel,
so dass etwa gleich das erste Konstrukt
zunächst «Die Vollendung», dann «Ehre, Mut und
Zuversicht» und schliesslich «Kann ich alles, darf
ich alles?» heisst. Hier variiert nun die farbige
«Liegende» die schwarzweisse
«Schlummerschlinge». Vielleicht ist es nicht nur Zufall,
dass dieses besonders einfache Objekt sowohl für den
Buchumschlag wie für die Briefmarke gewählt wurde;
seine Bestandteile, zwei Lättchen und ein kleiner Schlauch, sind
so unbedeutend, dass sie ganz hinter der Wirkung des labilen
Gleichgewichtes und des in sich kreisenden Rhythmus
zurücktreten. Wie bei einem Kreisel stützen und
steigern sich die beiden Impulse gegenseitig, so dass hier das Prinzip
der Serie rein in Erscheinung tritt. DER LAUF
DER DINGE Auf den «Stillen Nachmittag» folgt
«Der Lauf der Dinge», eine ebenso verblüffende wie
amüsante Darstellung einer Art Rube-Goldberg-Maschine: Eine
lineare Aneinanderreihung von improvisierten Vorrichtungen, die unter
Ausnutzung grundlegender physikalischer Prinzipien alle Arten von
chemischen Reaktionen, Bewegungen und Tönen erzeugen, die als
Kettenreaktion vor dem Betrachter ablaufen. Das Video wird,
ebenso wie sein «making of», das anlässlich der
Fischli/Weiss-Ausstellung im Kunsthaus Zürich 2006 zum ersten
Mal öffentlich präsentiert wurde, parallel zur
Fotoserie, der Briefmarke und deren Vorlage in der Accrochage im
Parterre gezeigt.
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